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Zucchini ‘Costata romanesco’

Von 9. November 2014 Keine Kommentare
Zucchini 'Costata romanesco' 1

Zucchini mit bestem Geschmack

Dass diese Zucchinisorte tatsächlich eine der geschmacklich besten Sorten ist, die es auf dem Markt gibt, bestätigte sich diesen Sommer immer wieder. Regelmäßig jung geerntet hatte ich von meinen 20 Pflanzen in meinem Garten nie wirklich genug, um die Nachfrage decken zu können. Das will bei dem Überangebot von Zucchini schon was heißen. Natürlich hat Knappheit auch damit zu tun, dass ‘Costata romanesco’ eine Sorte ist, die höchstens den halben Ertrag liefert, den moderne Hybriden bilden.

Die junge Frucht unterscheidet sich optisch wenig von anderen Zucchini: sie ist grün, länglich, gräulich-grün gestreift. Besonders ist ihre Kantigkeit. Das Fleisch ist weiß und kernarm. Der Geschmack aber unterscheidet sie von allen anderen Sorten, die ich bisher kennengelernt habe. Er ist nicht besonders anders, aber eben deutlich gehaltvoller als der von anderen Sorten.

Gelbes Fleisch, wenig Samen

Nun, im November habe ich die Samenträgerfrüchte geerntet. Und die nächste Überraschung erlebt.

Für die nächste Saison stand der erneute Anbau fest. Auch wollte ich Saatgut zum Kauf anbieten. Also habe ich 4 Früchte auswachsen lassen. Normalerweise sind 4 reife Zucchini Träger einer quasi unendlichen Zahl reifer Samen. Diesen Gefallen tat mir diese Sorte leider nicht. Von den 4 riesigen Früchten hatten gerade 2 überhaupt Samen angesetzt. Und dies auch sehr verhalten – 200 Korn sind es ungefähr geworden.
So bedauerlich diese Tatsache aus gärtnerischer Sicht ist, stellt sich die Tatsache als Potential für die Küche dar. Denn mit der Samenarmut geht eine gehörige Dickfleischigkeit einher, wie ihr oben im Titelbild sehen könnt. Diese reifen Zucchini eigen sich bestens zum Füllen, Marinieren oder Fermentieren. Das gelbe (!) Fleisch ist relativ fest und verfügt über das gleiche schöne Aroma, wie die jungen Früchte!

Olaf Schnelle

Olaf Schnelle

Ich bin Gärtner. Für mich hätte es keinen besseren Beruf geben können. So eng mit der Natur zu arbeiten und dabei sinnvoll Produktives zu tun, ist ein richtig schönes Ding. Nahrungsmittel zu schaffen, die diesen Namen im wörtlichen Sinne verdienen, ist ein essentieller Prozeß. Mein Anliegen ist, dies so zu tun, dass kreative Köche damit etwas schaffen, das für mich viel mit Kunst zu tun hat.

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