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Fermentieren in den Wechseljahren – Ihr Darm wird’s Ihnen danken

By 29. März 2026No Comments
Fermentieren in den Wechseljahren – Ihr Darm wird's Ihnen danken 1

Ein Interview mit Susanne Liedtke, Gründerin von Nobodytoldme.

 

Wie kamst du eigentlich zur Idee, Nobodytoldme zu gründen?

Susanne: Ich habe Ökotrophologie studiert. Ich weiß, wie Ernährung funktioniert und war immer gesund und voller Energie. Und dann war ich Mitte 40 und hatte plötzlich Schlafprobleme, Schulterprobleme, PMS – und keine Ahnung, was mit mir los war. Ich dachte sogar kurz, ich würde an Demenz leiden, wie mein Vater. Das war ein erschreckender Moment. Erst viel später habe ich verstanden: Das waren schon die Vorboten der Perimenopause.

Mir wurde bewusst, wie wenig wir selbst als gut informierte Frauen über diese Lebensphase wissen und wie selten offen darüber gesprochen wird. Also habe ich mit 49 meinen Job gekündigt. Ich wollte verstehen, was in meinem Körper passiert, wissenschaftlich fundiert aufarbeiten, was mir gefehlt hatte – und dieses Wissen an andere Frauen weitergeben.

Was genau finde ich auf eurer Plattform Nobodytoldme? An wen richtet sich euer Angebot und welches Problem löst ihr konkret für eure Community?

Susanne: Nobodytoldme ist ein Zuhause für Frauen in der Lebensmitte, die endlich verstehen wollen, was in ihrem Körper passiert und was sie selbst tun können. Wir sprechen offen über Wechseljahre, Zykluswissen und Ernährung, mit viel Klarheit und Haltung. Unsere tolle Community inspiriert, motiviert und lebt die Freude an gesundem Essen.

Konkret bieten wir unser Ernährungsprogramm Body Reset, Webinare rund ums Thema Frauengesundheit, die Vernetzung mit Expert:innen insbesondere Ärzt:innen und den Austausch in unserer Community. Dazu kommen fundierte Inhalte auf unserer Webseite und in unserem Newsletter Somebodytoldme, der mittlerweile über 250 Ausgaben zählt. Das Problem, das wir lösen: fehlende Aufklärung, Verwirrung durch widersprüchliche Informationen und das Gefühl, mit all dem allein zu sein.

Und weil wir alles mal gebündelt haben zusammengetragen wollten, habe ich mit der Gynäkologin Dr. Christina Enzmann auch ein einfach zugängliches Buch geschrieben: Somebody told me – fundiert aber gleichzeitig genau mit der Sprache, die ich mir selbst früher gewünscht hätte.

Du bietest vom 19.-22. März einen neuen Darmkurs zusammen mit der Internistin Prof. Dr. Julia Seiderer-Nack an und ich werde einen Fermentier Workshop mit den Teilnehmerinnen machen. Worum genau geht es bei dem Kurs?

Susanne: Verdauungsprobleme zählen zu den verbreitetsten Beschwerden hierzulande. Viele Menschen kämpfen regelmäßig mit Blähbauch, Durchfall oder einem Reizdarmsyndrom. Trotzdem wird darüber kaum gesprochen, und nicht wenige haben das Gefühl, sie müssten sich einfach damit arrangieren. Dabei spielt der Darm eine Schlüsselrolle für unsere Gesundheit: Er beeinflusst das Immunsystem, den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und sogar unser allgemeines Wohlbefinden.

In unserem Online Gruppenkurs Gesunder Darm geben wir fundiertes Wissen über Struktur und Aufgaben des weiblichen Darms sowie über die Bedeutung des Mikrobioms. Wir zeigen, wie sich die Darmfunktion im Laufe des Lebens verändert und welchen Einfluss hormonelle Prozesse dabei haben. Außerdem zeigen wir, wie wir unsere Ernährung darmfreundlich gestalten können und welche Strategien bei Beschwerden wie Reizdarm, Unverträglichkeiten oder häufigem Blähbauch hilfreich sein können.

In zwei Vorträgen mit Zeit für Fragen und einer exklusiven Live-Sprechstunde beantwortet Prof. Dr. med. Julia Seiderer-Nack individuelle Fragen aus der Gruppe. Und wir freuen uns sehr, von dir, Olaf, praxisnahe Einblicke in die Welt der Fermentation zu erhalten und zu lernen, wie einfach Fermentieren geht.

Was fasziniert dich persönlich an der Verbindung zwischen Fermentation und Frauengesundheit?

Susanne: Dass es so direkt ist. Fermentiertes Gemüse ist keine Kapsel, kein Trend. Echtes Essen, das Menschen auf der ganzen Welt seit Jahrtausenden zubereiten und das nachweislich etwas Gutes tut. Milchsäurebakterien, die im Darm ankommen und das Mikrobiom unterstützen. Endlich gibt es dazu auch tolle Studien. Das ist für mich Empowerment in seiner reinsten Form: Ich mache etwas mit meinen eigenen Händen, das meinem Körper wirklich hilft.

Der Sohn des Gärtners. Leidenschaftlicher Koch, Werbefutzi und Schreibling.

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