Kolumne

Who is Wallenstein?

Von 1. Dezember 2010 Keine Kommentare
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MecklenburglandUrlaubsland

Güstrow unsere Barlachstadt, Zierde des Nordostens läßt sich Jahr für Jahr Neues einfallen, um seinen Ruf als baltisches Cloche Merle zu verteidigen. Wurden die Besucher unlängst noch mit Schildern begrüßt “Erleben Sie eine Baustelle” hat sich ein gewisser Herr Höppner, seines Zeichens Bürgermeister von Güstrow, nun etwas besonderes einfallen lassen. Höppner ist ein geschichtsbewußter Mensch, der sich offensichtlich in der Tradition Wallensteins sieht, der bekanntermaßen einige Zeit im Güstrower Schloß residierte.

Er ist somit auch für die Abteilung Wälle und Zinnen verantwortlich, auch wenn dies heute nicht mehr so heißt. Wie jener böhmische Feldherr, sieht er sich als unumschränkter Herrscher Güstrows. Nun gut, einige Vasallen dürfen noch ein wenig mitblubbeln, wir machen jetzt ja schließlich in Demokratie. Aber es gibt Prinzipien, da läßt Höppner nicht mit sich spaßen. Wie einst Wallenstein sieht es der Kleinsta(a)dttribun als seine vornehmste Pflicht an, die ihm Anbefohlenen vor allerlei Unbill zu schützen…

Da Unbill am liebsten von draußen kommt, erwehrt man sich ihrer am besten durch das Anhäufeln von Wällen und das Ausheben tiefer Gräben. Obwohl der Feldherr hier schon recht ordentliche Vorarbeit geleistet hat, reichen diese Vorkehrungen heutzutage natürlich nicht mehr aus. Schließlich mußte sich Wallenstein ja auch nur mit ein paar Schweden und eigensinnigen Eingeborenen herumschlagen -und was ist das schon im Vergleich zu den Touristenhorden, die heutzutage Mecklenburg heimsuchen wie eine biblische Heuschreckenplage. Mögen Sie Schwerin niedertrampeln, Rostock und Wismar. Höppners Güstrow wankt und wackelt nicht!! Höppi hat Poller. Versenkbare Poller! Das hat nichteinmal Berlin oder Hamburg. Mit diesen Pollern kann er die ganze Innenstadt nach Belieben abriegeln. Dagegen sind Wallensteins Maulwurfshügel eine Lachtablette.

Nun behauptet man zwar, daß die Poller versenkbar sind, weil gelegentlich die Feuerwehr und der Linienbus in die Stadt muß. Das ist natürlich Unsinn. Panem et circienis. Für soviel Geld muß den Einheimischen natürlich etwas geboten werden. Gelegenheit zum Verzicht haben sie ja ansonsten reichlich. Hin und wieder tuckelt ein trott´liger Touri hinter dem Bus auf den sich erhebenden Poller und schwebt dann als Trophäe des technischen Fortschritts und zum Ruhme des Stadtoberen in die linden Lüfte der glorreich verteidigten Barlachstadt.

Wenn ficht da noch das Genörgel der paar Hoteliers und anderer Krämerseelen an? Vergessen Sie Wallenstein!

Olaf Schnelle

Olaf Schnelle

Ich bin Gärtner. Für mich hätte es keinen besseren Beruf geben können. So eng mit der Natur zu arbeiten und dabei sinnvoll Produktives zu tun, ist ein richtig schönes Ding. Nahrungsmittel zu schaffen, die diesen Namen im wörtlichen Sinne verdienen, ist ein essentieller Prozeß. Mein Anliegen ist, dies so zu tun, dass kreative Köche damit etwas schaffen, das für mich viel mit Kunst zu tun hat.

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